Terminologiearbeit 2.0

Ein wichtiger Aspekt der Terminologiearbeit ist kontinuierliche Qualitätsverbesserung, die im Zeitalter des Web 2.0 durch eine verstärkte Zusammenarbeit erreicht werden kann: 

„Die Möglichkeiten der Informationsvernetzung […] werden zunehmen.“

(Quelle: http://www.dokumentation-terminologie.de/zukunftsprognose-terminologie.html)

Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, denn erstaunlicherweise werden die vorhandenen Möglichkeiten im Internet bisher nur wenig genutzt: Ausgerechnet die Terminologen, die sich von Berufs wegen mit Daten, Informationen, Wissen und Kommunikation befassen, scheinen einen großen Bogen um neue Medien wie zum Beispiel Blogs zu machen.

Dabei ist Terminologiearbeit eine interdisziplinäre Tätigkeit, die durch den beständigen Dialog und Austausch von Wissen in Blogs wesentlich vereinfacht werden kann. Aus Blogs lassen sich nicht nur Informationen beziehen, sondern durch die zeitnahe Aufbereitung von Informationen und die Möglichkeit der Diskussion Kontakt zur Praxis (und natürlich zu Kollegen!) halten.

Woran liegt es trotz aller Vorteile, dass Social Media im Bereich Terminologie nur schwer angenommen wird? An der deutschen Diskussionskultur, an zu wenig Internetaffinität? Mangelnde Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen und Techniken?

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 kommt zu folgenden Ergebnissen:

Das Internet hat sich in Deutschland auf Platz 3 der tagesaktuellen Medien fest etabliert.
Trotzdem kennen drei Viertel der Deutschen, die regelmäßig im Internet sind, den Begriff “Weblogs” nicht, obwohl Blogs immer mehr zum Bestandteil des medialen Alltags werden.
Die größte Akzeptanz haben Blogs bei Medienschaffenden oder in der IT-Branche.

Dabei gehört Fachblogs die Zukunft, auch wenn sich viele Terminologen noch schwer damit tun:

Fachblogs sind Blogs, die sich auf ein spezielles Thema konzentrieren. Ein Thema bei dem sich die Autoren gut auskennen, ein Thema welches sie unermüdlich beackern und analysieren. Wenn sie ihr Themengebiet intensiv verfolgen, haben Fachblogs eine Menge zu berichten. Neuste Entwicklungen, Nachrichten, neue Produkte, neue Wege, neue Trends, Tipps, Tutorials, und immer wieder der Rückgriff auf schon vorhandenes Wissen und die wertvolle Diskussion mit den Lesern.

Ihre Relevanz wird aller Erwartung nach steigen, auch wenn 2009 (noch) nicht das ausgerufene „Jahr der Fachblogs“ war. Damit ist eines sicher: Terminologiearbeit muss den Weg in die neuen Medien finden, denn auch hier gilt: „Stillstand ist Rückschritt“. Themen gibt es jedenfalls genug.

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