Terminologie 2.0 – führt der Weg zu einer offenen Terminologiedatenbank?

Ideen für die Zukunft! Es ist nicht mehr zu übersehen – die Ära der gedruckten Nachschlagewerke und Wörterbücher geht langsam, aber sicher zu Ende. Auch Terminologiearbeit, insbesondere die Recherche, verlagert sich mehr und mehr ins Internet.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist derzeit mit über einer Million deutschsprachiger Artikel und ihrer Partnerseite Wiktionary (ein frei verfügbares Wörterbuch zu über 200 Sprachen) das bekannteste Web 2.0-Portal in diesem Bereich, dicht gefolgt von LEO (Link Everything Online): Mit den Wörterbüchern für momentan sechs Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch, Russisch) und mehreren Millionen Wortabfragen täglich derzeitiger Branchen-Primus im Online-Geschäft der Wörterbücher.

Einzigartig im Web 2.0 ist die ausgezeichnete Qualitätskontrolle bei LEO. Die Anwender ergänzen und korrigieren die Einträge der Wörterbücher im konstanten Dialog und machen LEO damit nicht nur zu „Social Software“ im besten Sinn, sondern auch zu einem beispielhaften, einfach zu bedienenden Mitmach-Web. Ein weiterer Erfolgsfaktor sind Erweiterungen wie eigene Toolbars für den Browser oder Apps für das Handy.

Der unschlagbare Vorteil webbasierter Datenbanken ist die Aktualität: Neue Entwicklungen können permanent und zeitnah eingearbeitet werden, da bei offenen Online-Datenbanken nicht nur ein kleiner Kreis von Fachredakteuren zuständig ist, sondern unzählige Nutzer einer Community mitarbeiten. Dadurch können Fehler, unkorrekte Informationen oder gar gezielte Manipulationen schnell entdeckt und korrigiert werden, was den Qualitätsstandard spürbar steigert.

Wir fragen uns bei dieser Entwicklung:

Führt der Weg zu einer offenen, aber kontrollierten Terminologiedatenbank im Web 2.0?

Könnte so die Arbeit so vieler ernsthafter Terminologen, die für die meisten Bereiche der Industrie unterschiedliche, für viele Firmen aber interessante Benennungen recherchieren, definieren und validieren, in Zukunft in einer offenen Datenbank à la LEO für alle verfügbar gemacht werden?

Wer dazu beitragen, bereits von solchen Initiativen berichten oder das Projekt TaaS fördern möchte, kann sich gern bei uns melden.

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